Rundum wohlfühlen

In den letzten Jahren nahmen Haut- und Ohrenerkrankungen bei Vierbeinern stets zu. Hautprobleme können aufgrund einer Vielzahl von Ursachen entstehen: Bakterien- oder Pilzinfektionen, äußere Parasiten (Flöhe, Läuse, Zecken, Milben), Nahrungsmittelunverträglichkeiten und Allergien aus der Umwelt, Autoimmunerkrankungen, Hormonerkrankungen und organische Störungen.

Juckreiz (häufiges Lecken, Kauen, Beißen oder Reiben), Haarausfall, Hautwucherungen, Ausschläge, Geschwüre, Verkrustungen, ein schmieriges, stinkendes Fell oder Verfärbungen können auf ein dermatologisches Problem bei Ihrem Haustier hindeuten. Ohrenentzündungen treten meist im Zusammenhang mit einer solchen Hautproblematik auf. Dieser Zustand wird von den Haustieren als unangenehm empfunden, da sie nie zur Ruhe kommen können. Wenn die Haut- und Ohrenproblematik schon länger besteht, leiden die Tiere regelrecht darunter.

Eine genaue Diagnose ist wichtig, wenn es um Haut- und Ohrenerkrankungen geht. Dazu nutzt die Kleintierpraxis Geisenfeld eine Vielzahl an einfachen und schmerzfreien diagnostischen Werkzeugen, um deren Ursachen erforschen zu können. In hartnäckigen Fällen sind Blut- und Urinuntersuchungen notwendig, um die Beteiligung von Hormonstörungen, Immunerkrankungen und metabolischen Veränderungen auszuschließen.

Da viele Hautprobleme chronisch sind, sind ein konsequentes Management und Follow-up-Besuche meist erforderlich, um das Problem unter Kontrolle zu halten und das Wohlbefinden Ihres Tieres sicherzustellen.

Das Unsichtbare sehen

Die Zytologie ist ein grundlegendes dermatologisches Verfahren, um eine Hautprobe nach Zellen und Mikroorganismen (Bakterien und Hefen) zu untersuchen. Normalerweise leben diese im harmonischen Einklang auf der Haut des Vierbeiners.

Dieses Gleichgewicht kann jedoch gestört sein und zu einer ungebremsten Vermehrung von Bakterien und Hefesorten führen, die als Juckreiz, fettige Haut bzw. eine Haut- und Ohrentzündung sichtbar wird.

Es gibt verschiedene Handhabungen, um eine Zytologie durchzuführen. Die Tesa-Film Methode besteht darin, ein Acetat-Band wiederholt auf eine Läsion zu drücken und dann anschließend das Band unter dem Mikroskop anzuschauen.

Auch Wattestäbchen (besonders für die Ohren- und Körperfaltungen) können benutzt werden, um den gesammelten Inhalt auf einem Glasobjektträger auszustreichen und anschließend eingefärbt mikroskopisch zu untersuchen.

Die Kratzprobe

Ein Hautgeschabsel liefert schnell einen Überblick über die Haare und die oberflächliche Haut. Gerade Ektoparasitenbefall durch Milben, die auf der Hautoberfläche oder im Haarfollikel leben, können sicher identifiziert werden.

Die Haut wird mit einer scharfen Klinge entweder oberflächlich oder tief abgeschabt. Somit wird die Haut nicht geschnitten, sondern nur gekratzt. Die Hautprobe wird auf einem Glasobjektträger aufgetragen und direkt unter einem Mikroskop untersucht.

Schwämme anschauen

Die Bezeichnung Pilz (auch Fungi genannt) stammt aus dem Griechischen und bedeutet Schwamm, da er die Fähigkeit hat, Wasser wie ein Haushaltschwamm aufzusaugen. Obwohl ein Schwamm ein gutes Werkzeug in der Küche ist, ist eine Erkrankung durch eine Pilzinfektion alles andere als hilfreich für die Gesundheit Ihres Vierbeiners.

Pilzinfektionen bei Haustieren kommen genauso häufig wie beim Menschen vor. Da manche Pilzinfektionen auch auf den Tierbesitzer übertragbar sind, ist eine schnelle und gezielte Diagnose des Befalls entscheidend. Hierfür stehen verschiedene Methoden zur Auswahl, je nach Art der Hautveränderungen.

Die einfachste Untersuchung erfolgt mit Hilfe einer speziellen UV-Lampe (Woodische Lampe). Damit können einige Pilzarten unter UV-Licht sichtbar gemacht werden. Auch eine Untersuchung von veränderten Haaren unter dem Mikroskop kann zum Nachweis von Pilzen führen.

Die sicherste Diagnosestellung ist derzeit die PCR und Pilzkultur. Dazu werden Hautschuppen und Haare gesammelt und in einem Fremdlabor über einige Tage untersucht. Anhand der Ergebnisse kann dann das wirksamste Pilzmedikament erfolgreich eingesetzt werden.

Klar sehen

Eine Video-Otoskopie ermöglicht die Untersuchung und Vergrößerung des Gehörgangs und Trommelfells im Ohr. Das Video-Otoskop ist eine kleine, kegelförmige Kamera, die in einem Patientengehörgang platziert wird. Je nach Art des Patienten kann eine Sedierung während der Untersuchung erforderlich sein. Eine Video-Otoskopie hilft festzustellen, was zu den Ohrenerkrankungen des Patienten beigetragen hat.

Mittels der kleinen Kamera wird das Ausmaß der Erkrankung, aber auch das Vorhandensein von Fremdköprern (z.B. Krahnen) klar dargestellt. Ebenso verhilft das vergrößerte Sichtfeld zur Sammlung von Proben für Kulturen und Biopsien, falls notwendig.

Eine Video-Otoskopie wird auch während der Spülung des äußeren Gehörgangs und des Innenohrs eingesetzt. Somit werden eine korrekte Platzierung der Reinigungswerkzeuge und eine ausreichende Entfernung von Schmutz gewährleistet.

Kleines Piksen

Feinnadelaspiration (genannt FNA) ist eine einfache Technik, um Umfangsvermehrungen wie Lipome, Talgzysten, Entzündungen und die meisten T-Zell-Tumore (zum Beispiel Mastzelltumore) zunächst mittels einer zytologischen Untersuchung vorläufig zu diagnostizieren.

Diese Routinediagnostik erfordert in der Regel keine speziellen Vorbereitungen. Es wird lediglich ein Desinfektionsmittel auf die Haut aufgetragen. Wenn jedoch Proben aus inneren Organen entnommen werden, wird die sterile chirurgische Technik bei der Sammlung und Handhabung der Proben angewandt. Manche FNAs werden, um die richtige Position zu finden, unter einer Ultraschalluntersuchung durchgeführt.

Die verdächtigen Umfangsvermehrungen oder Gewebe werden mittels einer feinen sterilen Nadel punktiert und Zellen oder Flüssigkeiten in einer leeren Spritze angesaugt. Dieses Material wird sofort auf einen Glasobjektträger ausgestrichen und unter dem Mikroskop von einem Histopathologen untersucht.

Kleine Entnahme

Wenn ein bestimmter Bereich der Haut verändert ist oder sich ein untypisches Hautwachstum zeigt, kann eine Hautbiospie notwendig sein, um eine genauere Diagnose festzustellen. Eine Hautbiopsie liefert wertvolle Einblicke in die Art der Zellen im veränderten Bereich der Haut oder, ob das Wachstum eine ernsthafte Bedrohung der Gesundheit Ihres Tieres darstellt. Es wird zwischen Infektionen, allergischen Hauterkrankungen, Autoimmunhauterkrankungen oder Krebs (gut- oder bösartig) unterschieden.

Bei einer Hautbiopsie wird, je nach Größe des veränderten Bereiches, eine kleine Hautprobe entfernt. In Abhängigkeit von der Körperstelle wird ein Lokalanästhetikum in diesen Bereich injiziert. In manchen Fällen, abhängig von dem beteiligten Bereich oder dem Angstpegel des Tieres, ist eine kurze Sedierung erforderlich. In Fällen, bei denen eine größere Hautprobe erforderlich ist, wird die Entnahmestelle mit Hautnähten verschlossen, die ca. 10 Tage später entfernt werden müssen.

Die Hautproben werden zu einem Histopathologen zur mikroskopischen Auswertung und Interpretation geschickt. Der Histopathologe bestimmt die Art der Läsion, Zelltyp sowie Anzeichen von Krebs. Dieser Vorgang dauert im Allgemeinen etwa ein bis zwei Wochen. Während der Wartezeit sollten Sie sich beim Auftreten von neuen Hautläsionen oder Veränderungen der bestehenden Läsion unverzüglich melden.

Selektive Fütterung

Wenn das Futter den geliebten Vierbeiner krank macht, erfordert das eine spezielle Therapie, damit das Tier weiterhin seine lebensnotwendige Energie und Nahrung bekommt. Da viele Symptome von Juckreiz zu chronischen/rezidivierenden Haut- und Ohrproblemen (mit oder ohne gleichzeitigen Magendarmproblemen) kein eindeutiger Beweis für eine Futtermittelallergie (z.B. Getreideunverträglichkeit) ist, ist eine vollständige Aufarbeitung wichtig.

Eine Eliminationsdiät ist erforderlich, um herauszufinden, welches Futtermittel für das Tier verträglich ist. Nur eine Proteinquelle ist in einer Eliminationsdiät enthalten, z.B. Ei, das selten allergen ist, und eine neue Quelle von Kohlehydraten (z.B. Pastinaken).

Diese Futterdiät dauert in der Regel 6 bis 8 Wochen. Während dieser Zeit darf der Vierbeiner absolut nichts außer der Spezialdiät fressen und nur Wasser trinken. Kleine Leckerlis dürfen angeboten werden, allerdings nur Sorten mit ein oder zwei Futtermittelkomponenten. Begleitend zur Eliminationsdiät ist in manchen Fällen eine Blutuntersuchung notwendig.

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